Ein Ort der Stille und Geschichte

St.-Marien-Kirche in Mulsum

Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.
Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.

Die Architektur

Von Feldsteinen bis Barock

Im Herzen von Mulsum, einem idyllischen Ortsteil der Wurster Nordseeküste, thront die St.-Marien-Kirche auf einer Wurt. Ihre Mauern aus Feldsteinen und Tuff erzählen von einer wechselvollen Geschichte, und ihr Turm mit barockem Helm ragt wie ein Wahrzeichen in den Himmel. Die Kirche, die der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers angehört, ist ein kulturhistorisches Juwel, das bis heute bewahrt wird.

Die Anfänge der St.-Marien-Kirche reichen ins 13. Jahrhundert zurück, als das Langhaus und der eingezogene quadratische Chor errichtet wurden. Um 1500 erfuhr die Kirche eine Erweiterung: Das Langhaus wurde nach Westen verlängert, und ein imposanter Kirchturm aus Backsteinen entstand. Besonders markant ist die Oberzone des Turms, die durch weiß verputzte korbbogige Blenden gegliedert ist und dem Bauwerk eine elegante Leichtigkeit verleiht. Der barocke Helm, der 1750 hinzugefügt wurde, setzt dem Turm die Krone auf.

Die spitzbogigen Fenster mit Laibungen aus Tuffstein an den Längsseiten des Kirchenschiffs verleihen der Kirche eine schlichte Schönheit. Ein spitzbogiges Fenster in der Stirnwand des Chors wird von Bogenfenstern flankiert – ein harmonisches Zusammenspiel, das den architektonischen Charakter des Gebäudes unterstreicht.

Der Innenraum

Eine Schatzkammer der Kunst

Betritt man die Kirche, wird man von einer Atmosphäre aus schlichter Eleganz und kunstvoller Pracht empfangen. Der Innenraum des Langhauses ist mit einer Flachdecke aus Brettern überspannt, während der Chor mit einem kuppelartig überhöhten Kreuzrippengewölbe beeindruckt. Die Wand- und Deckenmalereien im Chor sind wahre Meisterwerke, die von der tiefen religiösen Verwurzelung der Region zeugen.

Besonders bemerkenswert ist das um 1350 eingebaute dreischiffige Kreuzrippengewölbe im Langhaus, das zusätzliche Seitenaltäre an der Nord- und Südwand ermöglicht. Vor dem Chor erhebt sich ein prächtiger Lettner, der um 1500 errichtet wurde.

Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.
Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.

Die Ausstattung

Kunsthandwerk durch die Jahrhunderte

Die St.-Marien-Kirche ist reich an bedeutenden Ausstattungsstücken, die einen faszinierenden Einblick in die religiöse Kunst verschiedener Epochen bieten:

  1. Der Flügelaltar (1430): Dieser beeindruckende Altar zeigt in seinem Zentrum ein Marienbildnis, flankiert von 20 Statuetten von Aposteln und Heiligen auf den Innenseiten der Flügel. Die Predella wurde 1621 erneuert und mit einem Altarretabel ergänzt.
  2. Die Kanzel (16. Jahrhundert): Geschmückt mit einem Schalldeckel aus dem Jahr 1746, ist sie ein Zeugnis der barocken Bildschnitzkunst.
  3. Die Kreuzigungsgruppe: Ein kleines, geschnitztes Ensemble aus dem frühen 16. Jahrhundert erinnert an die Passion Christi.
  4. Die Mondsichelmadonna: Zeitgleich mit der Kreuzigungsgruppe entstanden, zeugt sie von der marianischen Frömmigkeit dieser Zeit.
  5. Die Medaillons: Zwei verwitterte Sandsteinreliefs, die einst die Westwand schmückten, zeigen ein Marienbildnis und die „Anna selbdritt“.

Die Glocken

Stimmen aus der Vergangenheit

Im Turm der Kirche hängen zwei historische Glocken aus Bronze:

  • Glocke 1 (1586): Gegossen von Brun Hemminckhusen, wiegt sie 1550 kg und beeindruckt mit ihrem Klang in cis‘-7.
  • Annaglocke (1520): Diese von Hinrick Kock gefertigte Glocke wiegt 1150 kg und klingt in fis‘-6.

Die Inschriften auf den Glocken erzählen von ihrer Geschichte und Bedeutung für die Gemeinde.


Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.
Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.

Die Orgel

Ein musikalisches Juwel

Die Orgel, 1895 von den Gebrüdern Peternell gebaut, verfügt über 14 Register, die sich auf zwei Manuale und ein Pedal verteilen. Ihr Klang erfüllt die Kirche mit einer erhabenen Musikalität, die Besucher in den Bann zieht.

Ein Ort der Ruhe und Besinnung

Die St.-Marien-Kirche ist nicht nur ein architektonisches und künstlerisches Highlight, sondern auch ein Ort der Stille und Besinnung. Ihre historische Bedeutung, die kunstvollen Details und die majestätische Atmosphäre machen sie zu einem unverzichtbaren Ziel für Geschichts- und Kunstliebhaber.

St.-Marien-Kirche in Mulsum

Ein Besuch, der begeistert

Die St.-Marien-Kirche in Mulsum ist ein beeindruckendes Zeugnis der Baukunst und religiösen Traditionen der Region. Ihre Mischung aus schlichter Schönheit und kunstvoller Pracht lädt dazu ein, die Geschichte der Kirche und der Region hautnah zu erleben. Ob du dich von den Malereien, dem Klang der Glocken oder der erhabenen Atmosphäre inspirieren lässt – die St.-Marien-Kirche wird dir lange in Erinnerung bleiben.

Komm vorbei und lass dich von diesem einzigartigen Ort verzaubern!

Außenansicht der St.-Marien-Kirche in Mulsum mit Feldsteinmauern und einem barocken Turmhelm, umgeben von Grünanlagen.

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