Leuchtturm Mellumplate in der Außenjade, rot-weißer Offshore-Leuchtturm in der Nordsee unter blauem Himmel.
Der Leuchtturm Mellumplate steht weit draußen in der Außenjade und zeigt bis heute, wie Technik, Schifffahrt und Nordsee hier zusammengehören

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Leuchtturm Mellumplate: Ein Leuchtturm weit draußen in der Außenjade

Schon von Weitem wirkt der Leuchtturm Mellumplate fast unwirklich. Er steht nicht am Deich, nicht auf einer Promenade und auch nicht auf einer frei zugänglichen Insel, sondern draußen in der Außenjade in der südlichen Nordsee.

Genau das macht ihn so besonders: Dieser Turm ist kein klassisches Ausflugsziel, sondern ein echtes Arbeitsbauwerk der Schifffahrt. Er weist von See kommende Schiffe in Richtung Jade beziehungsweise Wangerooger Fahrwasser und gehört damit bis heute zur maritimen Infrastruktur der Deutschen Bucht.

Wenn du dich für Leuchttürme interessierst, zeigt dir der Leuchtturm Mellumplate sehr klar, wie nüchtern und zugleich faszinierend Seezeichen sein können. Anders als bekannte Türme an Land lässt er sich nicht einfach besichtigen. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf seine Geschichte, seine Technik und das, was du heute trotzdem von ihm erleben kannst.

Der Leuchtturm Mellumplate ist vor allem ein technisches Seezeichen auf offener See – kein typischer Besucherturm, aber ein spannendes Stück Küsten- und Schifffahrtsgeschichte.

Auf einen Blick

Standort
Außenjade in der südlichen Nordsee, nördlich der Vogelinsel Mellum
Funktion
Leitfeuer für die Schifffahrt im Wangerooger Fahrwasser und in die Jade
Bauzeit
1939 bis 1942
Gründung
Stahlbeton-Caisson im Meeresboden
Bauwerkshöhe
Rund 29 Meter über NN, Feuerhöhe rund 29,1 Meter
Kennung
Weißes Präzisions- beziehungsweise Sektorenfeuer mit Blitz- und Morsezeichen
Tragweite
Rund 24 Seemeilen
Besonderheit
Offshore-Turm mit militärischer Vorgeschichte im Zweiten Weltkrieg
Zuständigkeit heute
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee

Geschichte zwischen Technik und Krieg

Die Geschichte des Leuchtturms Mellumplate beginnt nicht als romantische Küstenerzählung, sondern als technisches und militärisches Projekt. Der Turm wurde zwischen 1939 und 1942 gebaut. Seine Gründung erfolgte mit einem großen Stahlbeton-Caisson, also einem abgesenkten Gründungskörper, der sich durch Aushub und Eigengewicht in den Meeresboden setzte. Für einen Standort mitten in der See war diese Bauweise notwendig.

Im Zweiten Weltkrieg war das Bauwerk zunächst als Flakstation vorgesehen und wurde auch militärisch genutzt, um die Jadeeinfahrt gegen feindliche Flugzeuge zu sichern. Zeitweise sollen dort bis zu 40 Soldaten stationiert gewesen sein. Erst nach dem Krieg erhielt der Turm seine zivile Funktion als Leuchtfeuer in der heute bekannten Form.

Der Leuchtturm ersetzte das Feuerschiff Minsener Sand. Damit änderte sich auch die Art der Schifffahrtsführung in diesem Bereich: Statt eines schwimmenden Seezeichens übernahm nun ein fest gegründeter Offshore-Turm diese Aufgabe. Bis 1973 war Mellumplate besetzt, danach wurde der Betrieb fernüberwacht und automatisiert.

1968 erhielt der Turm eine rot-weiße Aluminiumverkleidung zum Schutz des Klinkers. Gleichzeitig kam eine Hubschrauberplattform hinzu, weil Versorgungsschiffe bei höherem Seegang oft nicht mehr sicher anlegen konnten. 2005 wurde die Außenverkleidung erneuert, das Hubschrauberdeck später außer Betrieb genommen. 2008 ersetzte man zudem die alten Stahldalben durch neue.

Wofür der Leuchtturm diente – und wofür heute

Heute dient der Leuchtturm Mellumplate der sicheren Navigation im Wangerooger Fahrwasser und in Richtung Jade. Seine Kernaufgabe ist es, Schiffen in einem anspruchsvollen Seegebiet den richtigen Kurswechsel anzuzeigen.

Technisch auffällig ist, dass Mellumplate kein gewöhnliches Farb-Sektorenfeuer zeigt. Die einzelnen Sektoren werden nicht durch verschiedene Lichtfarben markiert, sondern durch unterschiedliche Blitz- und Morsezeichen. Das weiße Feuer arbeitet mit hoher Lichtstärke, die genannte Nenntragweite liegt bei rund 24 Seemeilen.

Zeitweise hatte der Turm neben dem Leitfeuer zusätzlich ein Orientierungs- und Quermarkenfeuer. Heute wirkt Mellumplate vor allem als klar gegliederter Offshore-Turm mit rot-weißem Anstrich, breitem Plattformkopf und der typischen, funktionalen Erscheinung eines Arbeitsleuchtturms mitten auf See.

Besuch & Erlebnis vor Ort

Der Leuchtturm selbst ist kein klassisches Besucherziel. Er steht offshore, also draußen auf See, und ist nicht regulär für Besichtigungen geöffnet. Auch das Umfeld ist durch Schifffahrt, Wetter, Tiden und Naturschutz geprägt.

Für einen Besuch gilt deshalb: Den Turm nicht als Ziel einer Besteigung denken, sondern eher als Beobachtungsziel in der Landschaft und auf dem Wasser.

Wenn der Turm an Land steht …

Auf Mellumplate trifft das nicht zu. Du kannst also nicht einfach über einen Deich, Parkplatz oder Fußweg direkt an den Turm gelangen. Diese typische Form des Leuchtturm-Besuchs entfällt hier vollständig.

Wenn der Turm auf einer Insel steht …

Auch das passt nur teilweise. Der Turm steht nicht auf einer frei zugänglichen Besucherinsel, sondern offshore nördlich von Mellum. Die nahe Vogelinsel Mellum selbst ist streng geschützt und darf grundsätzlich nur mit Ausnahmegenehmigung betreten werden.

Wenn der Turm offshore auf See steht …

Genau das ist bei Mellumplate der Fall. Ein direkter Besuch ist regulär nicht vorgesehen. Realistisch ist der Leuchtturm deshalb vor allem als Fernziel: bei guter Sicht von der Küste, von Schiffen im Revier oder im Rahmen spezialisierter Fahrten, sofern eine Route in diesen Bereich führt.

Wegen Schifffahrt, Wetter, Naturschutz und Sicherheitsfragen solltest du mögliche Sichtpunkte oder Fahrten immer tagesaktuell bei offiziellen oder fachkundigen Stellen prüfen.

Beste Zeit & Fotopunkte

  1. Klare Tage mit trockener Luft eignen sich am besten, weil der Turm weit draußen steht und bei Dunst schnell aus dem Blick verschwindet.
  2. Ein Teleobjektiv ist hilfreich, denn Mellumplate ist kein Motiv für die Nahaufnahme, sondern eher für Fernsicht und große Distanzen.
  3. Morgens oder abends fotografieren lohnt sich, weil der Turm im flachen Licht oft plastischer wirkt als in hartem Mittagslicht.
  4. An Aussichtspunkten an der Küste nachfragen kann sinnvoll sein, denn Nationalparkhäuser, Häfen oder ortskundige Anbieter wissen oft am besten, wann Sicht und Route passen.
  5. Nicht nur den Turm selbst suchen, sondern auch den maritimen Zusammenhang: Wasserlinie, Fahrwasser, Seezeichen und Wattlandschaft gehören hier zum Bild dazu.

Mini-Route

Küsten- und Hafenrunde mit Blick in die Außenjade

Starte an einem Hafen- oder Deichpunkt im Jade- oder Wangerooge-Revier, von dem aus du freie Sicht nach draußen hast. Plane keine Mellumplate-Tour im Sinne eines direkten Zielbesuchs, sondern eher eine Beobachtungsrunde mit Blick auf Schifffahrt, Seezeichen und Landschaft.

Sinnvoll ist dabei, zuerst den Nationalpark- und Schifffahrtskontext zu verstehen und anschließend mit Fernglas oder Kamera die Außenjade abzusuchen. Wenn du eine geführte naturkundliche oder maritime Tour findest, ist das meist die beste Möglichkeit, den Turm überhaupt sinnvoll einzuordnen.

FAQ zum Leuchtturm Mellumplate

Kann man den Leuchtturm Mellumplate besichtigen?

Regulär nein. Der Turm steht offshore und ist kein normaler Besucherturm.

Wofür ist der Turm heute da?

Er dient der Navigation der Schifffahrt im Wangerooger Fahrwasser und in Richtung Jade.

Warum sieht das Feuer so besonders aus?

Es handelt sich um ein Sektoren- beziehungsweise Präzisionssektorfeuer, dessen Bereiche durch Blitz- und Morsezeichen statt durch Farben unterschieden werden.

War Mellumplate immer ein ziviler Leuchtturm?

Nein. Der Turm wurde im Krieg zunächst als Flakstation genutzt und erst später als ziviles Leuchtfeuer weitergeführt.

Ist Mellum frei zugänglich?

Nein. Die Insel Mellum ist streng geschützt und darf grundsätzlich nur mit Ausnahmegenehmigung betreten werden.

Seit wann läuft der Turm automatisch?

Seit 1973 ist der Betrieb fernüberwacht beziehungsweise automatisiert.

Wie weit reicht das Licht?

Die genannte Nenntragweite liegt bei rund 24 Seemeilen.

Was macht den Turm baulich besonders?

Vor allem seine Offshore-Gründung mit Stahlbeton-Caisson und sein funktionaler Aufbau mitten in der Außenjade.

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