Eine Zeitreise durch die Jahrhunderte

St. Peter und Paul in Cappel

Außenansicht der St. Peter und Paul Kirche in Cappel mit ihrem charakteristischen Kirchturm, umgeben von Bäumen und Grabsteinen.
Die prächtige Arp-Schnitger-Orgel in der Kirche St. Peter und Paul Cappel mit kunstvoll verzierten Pfeifen und goldenen Ornamenten.

Die Geschichte

Von der Kapelle zur klassizistischen Schönheit

Im 13. Jahrhundert begann alles mit einer kleinen Kapelle – kaum vorstellbar, dass diese einst dem Ort ihren Namen gab. Cappel wurde geboren, und mit ihm eine Tradition, die bis heute lebendig ist. Doch die Zeit war nicht immer gnädig. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche fiel 1610 einem verheerenden Brand zum Opfer. Doch die Bewohner ließen sich nicht entmutigen.

Von 1815 bis 1816 erschuf der Landbaumeister Wundram die heutige Kirche im klassizistischen Stil. Dabei nutzte er geschickt die Überreste der alten Mauern und hauchte der Kirche neues Leben ein. Ein rechteckiger Bau mit einem imposanten Satteldach – schlicht, aber dennoch beeindruckend.

Die Längswände aus Quadermauerwerk wechseln sich harmonisch mit Backsteinstreifen ab, während die Ostwand einen Hauch mittelalterlicher Romantik bewahrt. Im Westen erhebt sich der mächtige Kirchturm, ein Zeuge vergangener Epochen, der trotz seiner spätmittelalterlichen Wurzeln und den Renovierungen von 1790 seine majestätische Anziehungskraft nicht verloren hat. Die schiefergedeckte, zwiebelförmige Haube, die in ein spitzes Zeltdach übergeht, macht ihn unverwechselbar.

Ein Blick ins Innere

Kunst und Geschichte vereint

Der Innenraum der Kirche ist eine wahre Schatzkammer. Überspannt von einem hölzernen, segmentbogigen Tonnengewölbe, entfaltet sich eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Der Kanzelaltar aus dem Jahr 1815 ist ein echtes Highlight: Die filigranen Details und die imposante Bekrönung mit dem Salvator zwischen posaunenden Engeln sind ein Meisterwerk vergangener Handwerkskunst.

Nicht zu vergessen die sechs historischen Grabplatten, darunter die Hochreliefplatte des Vogts Eide Frouwes und seiner Frau von 1645. Diese und weitere Grabsteine aus dem 16. und 17. Jahrhundert erzählen Geschichten von Menschen, die einst das Leben in der Region prägten.

Blick von der Orgelempore auf den Altarraum der Kirche St. Peter und Paul Cappel mit Kanzelaltar, Kirchenbänken und historischen Details.
Die prächtige Arp-Schnitger-Orgel in der Kirche St. Peter und Paul Cappel mit kunstvoll verzierten Pfeifen und goldenen Ornamenten.

Die Glocken

Stimmen aus der Vergangenheit

Wer die Kirchenglocken hört, lauscht der Geschichte. In der Glockenstube des Turms hängen zwei wahre Schätze:

  1. Die Winocusglocke (1539), gegossen vom berühmten Pieter van den Gheyn aus Mechelen, beeindruckt mit einem Gewicht von 1050 Kilogramm und einem tiefen, vollen Klang.
  2. Die Annaglocke (1519), von Hinrick Kock aus Hamburg gefertigt, begeistert mit ihrer klaren, warmen Stimme.

Diese Glocken sind nicht nur klangliche Meisterwerke, sondern auch Zeugen der Handwerkskunst der Renaissance.

Die Orgel

Ein Juwel von Arp Schnitger

Kein Kirchenbesuch ist komplett ohne einen Blick auf die Orgel. Die 1680 von Arp Schnitger für das Hamburger Kloster St. Johannis gebaute Orgel wurde 1816 nach Cappel gebracht. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Schnitgerorgeln und ist ein akustisches und visuelles Highlight, das jedes Musikliebhaberherz höherschlagen lässt.

Blick von der Orgelempore auf den Altarraum der Kirche St. Peter und Paul Cappel mit Kanzelaltar, Kirchenbänken und historischen Details.
Die prächtige Arp-Schnitger-Orgel in der Kirche St. Peter und Paul Cappel mit kunstvoll verzierten Pfeifen und goldenen Ornamenten.

St. Peter und Paul in Cappel

Ein Besuch, der sich lohnt

Die Kirche St. Peter und Paul ist mehr als nur ein Bauwerk – sie ist ein lebendiges Denkmal, das die Geschichte der Region erzählt. Egal, ob du dich für Architektur, Geschichte oder einfach nur für die Schönheit des Augenblicks interessierst, diese Kirche wird dich verzaubern.

Komm vorbei und erlebe selbst, wie Vergangenheit und Gegenwart in Cappel miteinander verschmelzen. Und vergiss nicht, einen Moment innezuhalten, wenn die Glocken läuten – sie erzählen dir eine Geschichte, die nur hier zu hören ist.

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